Schwetzinger Sessions

Der monatliche Jazz-Frühschoppen der Jazzinitiative

Jeden ersten Sonntag im Monat organisiert die Jazzinitiative Schwetzingen von 11 bis 14 Uhr im Wirtshaus "Zum Grünen Baum" am Schwetzinger Schlossplatz einen Jazz-Frühschoppen der den Charakter einer „Jam-Session" hat. Ein professionelles Trio ist als Begleitung immer anwesend und für erfahrene und weniger erfahrene Jazzmusiker besteht die Gelegenheit „einzusteigen“. Übrigens, die "festen Musiker“ der Jazzinitiative sind auch da.
Geleitet wird die Session von Aart Gisolf.

 

Termine: siehe Startseite


 

Wer mitspielen möchte kann sich hier anmelden.

Wer bestimmte Stücke spielen oder hören möchte kann das hier melden. Eine Garantie, dass diese Stücke dann auch tatsächlich gespielt werden gibt es leider nicht.

 

Weitere Termine,
immer am ersten Sonntag des Monats

 

Eine Auswahl bisheriger Mitspieler:
Aart Gisolf Sax, Udo Sailer Klavier, Thomas Wind Klavier, Hanns Hübner Bass, Ringo Hirth Schlagzeug, Rick Hatton Trp, Dave King Bass, Arno Pfunder Schlagzeug, Stephan Zimmermann Trp, Hans Rück Sax, Ottmar Schmitt Gesang,
Manfred Kern Gesang, Wolfgang van Göns Klavier, Thomas Netzsch Bass, Steffen Liede Schlagzeug, Walter Helbig Schlagzeug, Thomas Wind Orgel, Jochen Seiterle Gitarre,
Christian Huber Schlagzeug, Felix van Göns Trompete, Christian Huber Schlagzeug, Walter Sielski Trompete, Costas Xanthopoulos Gesang, Les Artmann Klavier, Neophytos Stephanou Bass, Fulmino Medina Drums, u.a..


 




Sessions in Schwetzingen - das ist nicht ganz neu in Schwetzingen. War es zunächst in den 80er Jahren das Kinolokal LUXOR, das zu einer musikalischen Heimat einer recht jungen Jazzergruppe wurde, gab es dann in den 90er Jahren die kleine Bühne im ehemaligen “ZÄHRINGER HOF“ (Ecke Nadler-Herzog-Carl-Theodor-Strasse), die nach und nach zur Musikwerkstatt von Amateurjazzern und Profis wurde. Nach Schliessung dieses Lokals wegen einer anstehenden Generalsanierung zogen die Jazzer in den benachbarten WELDETURM. Vierwöchig und immer Montags ab 20:30 Uhr sorgten unter Leitung von Aart Gisolf bekannte und auch unbekannte Musiker für die Highlights im Turm.

Hinzu kamen ab September 2004 ähnliche Musikertreffs der JazzInitiative im BRAUHAUS “ZUM RITTER“ am Schlossplatz. Diese Treffs am späten Sonntagvormittag sollten besonders die Mitglieder und Freunde der JazzInitiative ansprechen, die nicht gerade “Nachteulen“ sind, taten dies auch, führten aber bedauerlicher Weise mit zum Niedergang der Abendveranstaltungen im Weldeturm.

Nach fast zwei Jahren Brauhaus werden die Sessions jetzt im Wirtshaus "zum Grünen Baum", ebenfalls am Schlossplatz gelegen, veranstaltet.

 
  
Was ist eine Jam-Session ?
Eine informelle Zusammenkunft von Musikern, um in entspannter Atmosphäre miteinander zu spielen. Als Grundlage dienen zumeist allseits bekannte Themen aus dem Standardrepertoire des Jazz. Vereinbart wird lediglich das Tempo; alles andere – Reihenfolge und Dauer der Soli, die spontane Entfaltung von Kollektivimprovisationen usw. – ergibt sich von selbst im Spielprozess.

Der Jam-Session kamen innerhalb der Jazzszene seit jeher einige wichtige Funktionen zu. Für Jazzmusiker, die ihr Geld in kommerziellen Tanz-, Theater- oder Studioorchestern verdienten, bot sie die Gelegenheit, sich “voll auszuspielen“. Zugleich wirkte sie auslesend im Hinblick auf eine regionale Szene: Wer mit den ungeschriebenen, weil selbstverständlichen Regularien der Jam-Session nicht vertraut war, wer ein bekanntes Thema in der “falschen“ Tonart vorschlug oder die “richtigen“ Substitutionsakkorde nicht kannte, hatte es schwer, als informelles Mitglied einer Szene anerkannt zu werden.

Historisch gesehen kam der Jam-Session immer dann und dort große Bedeutung zu, wo entweder geringe bezahlte Spielmöglichkeiten bestanden, oder dort wo Jazzmusiker sehr stark in kommerzielle Jobs eingespannt waren und die Session – im oben bezeichneten Sinne – als Ort der freien Entfaltung und psychischen Entlastung wahrgenommen wurde. Das letztere war besonders während der Swing-Ära der Fall, als sich in New York die 52. Straße, genannt “Swing Street“, zum Mekka spielfreudiger “Einsteiger“ entwickelte. Einen weiteren Höhepunkt in der Geschichte der Jam-Session bildeten zu Anfang der 40er Jahre die legendären Zusammenkünfte schwarzer Musiker in einigen Sessions-Lokalen in Harlem, die maßgeblich zur Entstehung des Bebop beitrugen.

Die Jam-Sessions haben, nachdem sie inzwischen von Konzertveranstaltern zu pseudospontanen Bühnenshows zweckentfremdet wurden, seit Anfang der 60er Jahre zunehmend an Bedeutung verloren, sind erst zu Ende der 70er Jahre mit dem Aufkommen des Bebop-Revivals zu neuem Leben erweckt worden und spielen heute vor allem im Amateurbereich eine große und wichtige Rolle.

Quelle: Reclams Jazzlexikon 2003